24. November 2016 von

Das Motiv ein Haus zu bauen

01-02-02 Motiv-Hausbau

Mit dem richtigen Motiv gut organisiert ins neue Haus

Die Motive für die Entscheidung, ein Haus bauen lassen zu wollen sind unterschiedlich.

Einige wollen ein neues Haus bauen, weil es schon immer der Wunsch war. Andere haben im Elternhaus ihre Kindheit verbracht und wollen diese Vorteile auch selbst nutzen. Wiederum andere sehen mit dem Bau eines neuen Hauses die Möglichkeit, persönliche Wünsche zu verwirklichen.

Der frühe Wunsch ein Haus zu bauen.

Es gibt viele Menschen, die von einem verbreiteten Klischee stark geleitet werden: Die Schule wird abgeschlossen, ein Studium oder die Basis wird für den Beruf wird gesetzt. Dann kommt die Partnerschaft und danach wird irgendwann gemeinsam ein Haus gebaut.

Diese Menschen sind meist bereits in frühen Jahren geprägt worden, später mal ein Haus zu bauen. Bereits über die spielerischen Übungen im Kindergarten wird das Haus für später gemalt und auch schon dort hat jeder seine ersten Vorstellungen.
In der Jugend kann diese Vorstellung noch weiter geprägt worden sein, weil mit dem HausBau Vorzüge gleichgestellt werden. Diese prägen sich zunehmend, je länger sich diese Menschen damit befassen.

Das Elternhaus prägt den HausBau.

Für viele ist es prägend, wenn sie im Eigentum der Eltern groß geworden sind. Von klein an wird die Situation als normal empfunden im eigenen Haus zu wohnen. Diese Menschen
stellen erst mit zunehmender Wahrnehmung ihres Umfeldes fest, dass nicht jeder in einem eigenen Haus wohnt. Einige der Mitschüler leben in Mietwohnungen und haben dort nur ein Zimmer. Teilweise wird dieses Zimmer auch noch mit einem der Geschwister geteilt.

Erst dann kommt oft die Erkenntnis, dass Eigentum nicht für alle dem Standard entspricht. Mit diesem Wissen könnte der Wunsch noch stärker werden, später ein eigenes Haus zu wollen, weil die Nachteile einer Mietwohnung relativ deutlich wahrgenommen werden. Sehr oft gehen die Nachteile mit Ermahnungen einher, leiser zu sein, weil die Nachbarn gestört werden könnten. Die Einschränkung durch die Nachbarn wird besonders stark empfunden, weil es im Haus der Eltern nie ein Thema ist.

Diese Einschränkung ist besonders dann prägend, wenn von Teenies Videos auf YouTube gemeinsam angeschaut werden oder auch bei anderen Filmen, wenn der Wunsch groß ist, diese in vollem Klang zu genießen. Aber auch bei Spielen an der Xbox oder PlayStation prägt die eingeschränkte Freiheit, nicht den vollen Klang über die Lautstärke nutzen zu können.
Zusätzlich könnten bei Wii U sich auch einige Erwachsene in einer Mietwohnung eingeschränkt fühlen. Ursache ist die entsprechende Lautstärke, weil diese ein wesentlicher Bestandteil dessen ist, was zahlreiche Spiele ausmacht.

Das Haus für die Selbstverwirklichung.

Viele Bauwillige sehen mit dem neuen Haus eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung. Hier ist es egal, woher der tiefe Wunsch entstanden ist, sich mit dem Haus besser verwirklichen zu können.

Einer meiner Kunden ist Rechtsanwalt und gab mir ganz klar zu verstehen, dass der Schallschutz bei ihm eine ganz große Rolle spielt. Er wohnte in einem Reihenhaus und sah sich dort erheblich eingeschränkt. Eine Vorgabe war für ihn sehr wichtig: das neue Haus muss neben dem erweiterten Raum für die Kinder, über einen sehr guten Schallschutz verfügen, weil er am Ende der Arbeitswoche gerne ganz abschaltet. Das praktiziert er über sehr laute Musik, womit er jedoch seine Nachbarn nicht stören möchte.

Selbst wenn diese Vorgabe nur vereinzelt vorkommen sollte, werden auch andere Hobbies in einigen Situationen als Argument aufgeführt, diese nur in einem eigenen Haus umsetzen zu können. Ob es der Wunsch nach einem Keller ist, um dort ungestört etwas Handwerkliches auszuüben, oder ob es eine vergrößerte Garage ist, in der einem Hobby nachgegangen werden kann. Vielleicht ist es auch der Wellnessbereich, der nach ersten Vorstellungen lediglich in einem eigenen Haus mit Sauna als umsetzbar angesehen wird.

Für zahlreiche Bauinteressenten ist der Nachwuchs das Motiv, der Familie Freiraum zu verschaffen und damit auch den Kindern die wichtig gewertete Entfaltung zu ermöglichen. Mit ‚mehr Platz‘ wird dieses Motiv meist beschrieben. Hier ist neben dem Raumangebot des Hauses auch oft der Garten ein wichtiges Argument.
Aber nicht nur für die Kinder wird der Garten oft gewünscht. Vielfach sind es auch die sozialen Bindungen, die über Einladungen zum Grillen auf der Terrasse gefestigt werden. Andererseits sind es auch die Sozialkontakte, die durch ein einfaches Beisammensein gefördert oder weiter ausgebaut werden.

Mieten oder kaufen ist dann schon entschieden.

Spätestens mit dem Wunsch der Selbstverwirklichung ist die nicht gestellte Frage nach mieten oder kaufen von vielen Bauwilligen bereits indirekt beantwortet. Mit der hohen Intensität der vorgegangenen Punkte wird diese Entscheidungsfrage meist komplett
zurückgestellt.

Genau aus diesem Grund kann es sein, dass kein kritischer Vergleich zwischen mieten und kaufen vorgenommen wurde. Es ist trotzdem genau zu überlegen, ob der Kauf wirklich die bessere Entscheidung ist.

Ich spreche hier ganz offen an, dass ich in meiner Tätigkeit als Hausverkäufer Kunden aufgrund der finanziellen Situation abgelehnt habe. Vielleicht hat sich der Hausverkäufer, der diesen Kunden später doch ein Haus verkauft hat, darüber gefreut. Aber ich bin mir sicher, diese Kunden werden über kurz oder lang finanzielle Schwierigkeiten bekommen – was ich ihnen jedoch nicht wünsche.

Bei diesen Entscheidungen ist immer die Verantwortung, derer sich ein Hausverkäufer bewusst ist ausschlaggebend. Es wäre falsch, davon auszugehen, dass Hausverkäufer immer nur etwas Gutes für Bauwillige wünschen. Im Gegenteil, es gibt einige Hausverkäufer, die wollen etwas Gutes von den Bauinteressenten! Diese Hausverkäufer wollen die Kundenunterschrift und damit die Provision für den Verkauf eines Hauses!

Finanzierbarkeit wurde geprüft.

Unabhängig von einer positiven Bestätigung zur Finanzierbarkeit im Internet, darf sich jeder selbst die kritische Frage stellen, ob diese Aussage wirklich ausschlaggebend sein darf. Im Internet wird bei einigen Masken zur Finanzierbarkeit durch vier oder fünf Eingaben die Höhe einer möglichen Finanzierung preisgeben. Spätestens jetzt muss sich jeder die Frage stellen, warum Banken für ihre Entscheidungen sehr umfangreiche Informationen wünschen, ohne die keine Aussage zur Finanzierbarkeit getroffen wird.

Leider begründen einige Interessenten aufgrund solcher Auswertungen im Internet ihre Entscheidung jetzt bauen zu können. Wer dann aufgrund dieser Internetaussage der Finanzierbarkeit durch eine knappe Dateneingabe, ein Gespräch mit einem Hausverkäufer führt, kann sehr schnell finanziell in Schieflage geraten.

Abhängig von dem Charakter des Hausverkäufers oder von der Vertriebsstruktur, in der ein Verkäufer arbeitet, kann es schnell zu einer unseriösen Bestätigung durch den Verkäufer zur Finanzierbarkeit kommen.

Eine Aussage, dass die Finanzierbarkeit anhand einer Maskeneingabe im Internet geprüft sei, ist keine Sicherheit! Selbstverständlich gilt die geschilderte Situation nicht für alle Bauwilligen. Aber wer noch keine professionellen Erfahrungen für eine Baufinanzierung hat, ist gut beraten, wenn er mit einem Fachmann über die Baufinanzierung spricht.

Der Weg geht nicht weiter, er fängt jetzt an.

Nach der Information durch einen Fachmann für Finanzierungen sind weitere Positionen für eine gute und strukturierte Vorgehensweise von großer Wichtigkeit.

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, alle Eventualitäten in die weiteren Entscheidungen mit einzubeziehen. Dazu gehören die grundsätzlichen Gedanken zu der Lage für den zukünftigen Wohnsitz. Der Blick auf die berufliche Tätigkeit ist einer der Bestandteile für die Bewertung.

Ist die Ortsbindung auch aus beruflicher Sicht für die kommenden 10 Jahre gesichert?
Wenn dies nicht der Fall ist:
Welche Anpassungen wären dann bezogen auf den Job oder auf den Wohnsitz möglich?
Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind das Pendeln von Wohnsitz zur Arbeitsstätte und die damit verbundenen Aufwendungen an Zeit und Geld genau zu prüfen.

Ein kaum zu unterschätzendes Motiv kann auch die Nähe zu Verwandtschaft oder zu sozialen Bindungen darstellen. Auch hier sind persönliche Prioritäten das einzige Maß der Dinge. An diesem Punkt mit Logik zu argumentieren, um gegen emotionale Bindungen zu diskutieren, wird langfristig betrachtet keine zufriedenstellende Entscheidung zulassen.

Wenn all diese Einflüsse, die mit dem Haus nicht direkt zu tun haben Berücksichtigung gefunden haben, kann über die persönlichen Wünsche, das Haus mit seinen Eigenschaften definiert werden. In seltenen Fällen ist der Firmensitz eines Hausanbieters mitentscheidend, wenn eine räumliche Nähe erwünscht ist. Dieses Motiv war vor langer Zeit aufgrund der geringeren Mobilität von Handwerkern vermehrt mitentscheidend und erhält in der heutigen Zeit kaum noch eine begründete Wertung. Bei einigen Gewerken ist die Nähe für den Kundendienst wichtig.

Soziales Umfeld für die Kinder.

Bauwillige, die als Familie die Entscheidung für den HausBau treffen, werden sehr oft die möglichen Sozialkontakte für die Kinder mit in ihre Entscheidung einfließen lassen. Aus diesem Grund kommt es häufig vor, dass sich Bauinteressenten mit Kindern oder Kinderwunsch, bezogen auf die Lage, bei der Grundstückssuche oft auf ein Neubaugebiet konzentrieren. Hier wird der zukünftige Sozialkontakt für die Kinder mitentscheidend sein. In Neubaugebieten ist die Anzahl der kleinen Kinder mit Baubeginn oder zumindest wenige Jahre danach überdurchschnittlich hoch. Damit wird es für die Kinder leichter sein, Sozialkontakte zu knüpfen. Hier kommt es vermehrt vor, dass ein gemeinsamer Besuch im Kindergarten oder in der Grundschule diese Kontakte erleichtern. Anders verhält es sich mit einer Lage, wo die Häuser schon vor 30 Jahren oder noch weiter in der Vergangenheit zurückliegend gebaut wurden.

Auch die Möglichkeiten für den Schulbesuch sind mitentscheidend für die Wahl der Lage. Hier ist der Wunsch ebenfalls hoch angesetzt, dass die Kinder neben einem überschaubaren Schulweg, den Kontakt zu Mitschülern halten bzw. weiter ausbauen können.

Ruhe im Alter ist zunehmend ein Motiv.

Seit einigen Jahren ist zu erkennen, dass sogenannte Bestager die Entscheidung zum Hausbau treffen. Was früher kaum vorstellbar war, wird heute zunehmend praktiziert: Es wird ein zweites Mal gebaut!

Wenn die Kinder aus dem Haus sind und das Haus dadurch zu groß geworden ist, wird von einigen Paaren die Entscheidung getroffen ein weiteres Mal zu bauen. Hier ist das Motiv ganz klar auf die persönlichen Bedürfnisse ausgerichtet.

Ohne Kinder kann ein ganz anderes Raumkonzept, eine andere Lage und zahlreiche Entscheidungen auf die jetzt wichtigen und zukünftigen Bedürfnisse ausgerichtet werden.
Oft wird in diesem Zusammenhang von barrierefreiem Bauen gesprochen. Diese Bezeichnung bezieht sich nicht auf behindertengerechtes Bauen, sondern auf großzügige Gestaltung. Leicht nachvollziehbar ist dabei, dass hier weniger die Größe, sondern verstärkt der Komfort und die Nutzbarkeit für eigene Bedürfnisse in den Vordergrund gestellt werden. In diesem Fall kann auch das Hauptbad schon einmal etwas großzügiger ausfallen, weil hier bei der Gestaltung der Wunsch nach Wellness oft sehr gezielt umgesetzt wird.

Nichts überstürzen!

Egal, aus welchem Motiv heraus die Entscheidung für das neue Haus getroffen wird, jede Entscheidung ist mit Ruhe zu überlegen. Empfehlenswert ist auch hier die Gegenüberstellung aller möglichen Einflüsse, die durch eine Entscheidung ausgelöst werden. Dabei ist es unerheblich, ob für die Gegenüberstellung ein Tool über das Internet genutzt wird oder das einfache Blatt Papier herangezogen wird. Über die klassische Aufteilung auf dem Blatt Papier mit einem senkrechten Strich in der Mitte, werden tiefer greifende Gedanken ausgelöst. Mit dem Aufschreiben von Nachteilen auf der einen Seite und der Auflistung der Vorteile auf der anderen Seite, prägen sich diese Gedanken viel tiefer, wenn diese Punkte handschriftlich festgehalten werden. Aus diesem Grund wird eine Liste in dieser Art jede Entscheidung zu einer guten Entscheidung machen!

Wenn ich mit meiner Veröffentlichung Punkte nicht angesprochen habe, einige Gedanken ausgelöst habe, die jetzt unbeantwortet sind, dann freue ich mich auf ein kurzes Feedback, Fragen oder Anregungen unter diesem Artikel. Gerne beantworte ich Ihre Fragen.
Dieser Artikel darf gerne geteilt werden, damit auch Freunde oder Bekannte sich umfangreiche Gedanken zum HausBau machen und dann ebenfalls eine gute Entscheidung für ihr neues Haus finden!

Ihr Klemens Kolberg

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